Mit Sprachwitz und Stilschärfe überzeugt Roland Kaehlbrandt von einer Herzensangelegenheit
Einfacher geht es nicht: Man nehme ein paar Nomen, setze sie zusammen und schon hat man ein neues Wort, das jeder verstehen kann, der die Sprache einigermaßen kennt. Genauso machte es schon Goethe, wie die Klasse 11 es bei einem anregenden Workshop mit dem Linguisten und Sprachexperten Roland Kaehlbrandt zeigte: Von "Knabenmorgenblütenträumen" dichtete Goethe im Gedicht "Prometheus", und weil wir alle Bestandteile dieses schönen Wortes kennen, können wir uns die Bedeutung rasch erschließen. "Fernweh", "Zeitgeist", "Erklärungsnot", "Schadenfreude" - die Möglichkeit, Komposita zu bauen, eröffnet uns Dimensionen der Ausdruckskraft auf kleinstem Raum, die anderen Sprachen so nicht zur Verfügung stehen.
Man möchte etwas genau so und nicht anders sagen? Bestimmte Elemente der Aussage hervorheben oder abschwächen? – Kein Problem, man stelle das wichtigste Glied des Satzes einfach an den Anfang. Die Beweglichkeit des Satzbaus eröffnet uns vielfältige Möglichkeiten, durch Umstellung unsere Aussagen zu pointieren: Humorvoll und unterhaltsam, mit Charme und Sprachwitz führte Professor Kaehlbrandt dem Publikum vor, wie elegant, wendig, klangvoll und geschmeidig unsere schöne Sprache ist. Dafür, dass er diese Begeisterung am 17.3. bei den Schülern in einem lehrreichen Workshop und bei den Erwachsenen in einer mitreißenden Lesung entfachte, danken wir ihm herzlich!